Live von der PDC 2009 in L.A. – Pre-Conference über Visual Studio Team System 2010

Von Max Knor Autor Feed 17. November 2009 01:28

Ich habe mich entschieden im Zuge des ersten Tages der PDC in L.A. gemeinsam mit einigen österreichischen Partnern (TechTalk, Software-Architects, Cubido) die Pre-Conference über Visual Studio 2010 Team System zu besuchen (Harald, Andi Schabus & Mario waren ja beim Windows Azure Workshop).

Der Pre-Conf Workshop zeigte, wie Visual Studio 2010 Ultimate (ehemals Team Suite) helfen kann, Softwareprojekte besser abzuwickeln.

Visual Studio 2010 bringt in vielen Bereichen dafür Neuerungen, die im Rahmen des Vortrages vorgestellt wurden. Ich möchte in diesem Posting einen Überblick über die wichtigsten Teil geben.

1. UML Unterstützung

100_3967 Visual Studio 2010 Ultimate bringt nun endlich Unterstützung für UML Diagramme. Damit können Use Case Diagramme, Sequence-, Component, Activity und Class-Diagramme erstellt werden, die UML kompatibel sind. Um bestehenden Code besser verstehen zu können, kann man auch aus diesem auch Sequence- und Class-Diagramme erstellen lassen.

2. Hierarchical Workitems

Team Foundation Server 2010 erlaubt hierarchische Workitems/Arbeitsaufgaben anzulegen. Damit können also mehrere Workitems miteinander verbunden werden. Ein Beispiel wäre ein User Story Overview (Epic), der darunter mehrere User Stories vereint, wobei jede Story wieder untergeordnete Acceptance Criterias hat.

3. Architecture Explorer

100_3982 Mit VS 2010 wurde die Architect Edition komplett überarbeitet! Kernstück der in Visual Studio 2010 Ultimate enthaltenen Tools ist der Architecture Explorer. Dieser ist enorm hilfreich bei der Analyse der Applikationsarchitektur. Aufrufe zwischen unterschiedlichen Schichten, Klassen und Methoden können damit graphisch visualisiert werden (die Farben, bzw. Linien wirken für mich in Beta 2 noch etwas ungewohnt..). Nett ist auch die Möglichkeit den Code auf Einhaltung der Architektur zu überprüfen, ob z.B. alle Aufrufe vom UI wirklich über die Business-Logik-Schicht auf die Datenbank gemacht werden und nicht etwa direkt.

4. Coded UI Tests

Endlich da und mein persönlicher Favorit: Die Möglichkeit Graphische Oberflächen unterschiedlicher Art vernünftig testen zu können! Mit Coded-UI-Tests kann man Abläufe in einer Applikation aufzeichnen und später wieder Abspielen. Außerdem können Steuerelemente auf gewisse Werte getestet werden. Parametrisiert man nun diese Playbacks noch ist der UI-Test fertig!
Der Clou dabei: Durch ein Profiler-basiertes System funktioniert das Out-Of-the Box für WPF, Web & Windows Forms. Bald nach der Release von VS 2010 dann auch für Silverlight. Außerdem kann man auch eigene Automation Provider (z.B. für Flash oder Java) schreiben.
Die Provider spielen den Test jeweils in 20-facher Geschwindigkeit durch, wobei die Controls Aufgrund von Namen und Typ (nicht etwa mittels X,Y Position) identifiziert werden. Somit funktionieren die Tests auch nach Layoutänderungen weiterhin.

5. Test Impact Analysis

Da die Ausführung von Coded UI Tests trotz High-Speed Modus länger dauern können gibt es eine neue Funktion (für alle Tests). Test Impact Analysis erkennt automatisch , ob ein Test neu ausgeführt werden muss, weil Code, der im Test verifiziert wird geändert wurde. Das ganze funktioniert natürlich auch für Änderungen in Code, der von getestetem Code verwendet wird, usw.. (hierarchisch).

6. Gated Checkins

Um sicherzustellen, das kein Code eingecheckt wird, der fehlerhaft ist und deswegen den Server-Sourcecode-Build hindert erfolgreich abzuschließen, kann man mit Gated-Checkins vor jedem Checkin einen Build am Server durchführen, der überprüft, ob die Codeänderungen unproblematisch sind.

7. Intelli-Trace / Historical Debugging

In der früheren Beta von VS 2010 als “Historical Debugging” bekannt, heißt dieses Feature nun Intelli-Trace. Was macht Intelli-Trace: Es verfolgt die Ausführung einer .NET Applikation mit. Tritt ein Fehler auf, so kann nachträglich (auch auf einer anderen Maschine) ausführlich debuggt werden, was bei der damalige Ausführung fehlgeschlagen ist.

Weitere Verbesserungen: Profiler und Test/Lab Manager (ein Standalone Test-Client, auf dem automatische und Manuelle Tests (mit Checklisten) von Testern durchgeführt werden können, der auch automatisiertes Testen auf Virtual-PC Umgebungen erlaubt).

Übrigens: Mein deutscher Kollege Christian Binder hat Videos zu all diesen neuen Funktionen publiziert (allerdings derzeit noch auf Basis von Beta 1).

Auch auf den Big>Days im Frühling wird es eine Doppelsession zum Thema “Professionelle Entwicklung mit VS 2010” geben, die diese Themen zum Inhalt haben wird.

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