Cloud Computing Tutorial - Vorbereitung und Testen der Entwicklermaschine für Windows Azure (Aktualisiert)

Von Mario Szpuszta Autor Feed 23. April 2010 12:58

In den ersten Teilen des Tutorials haben wir uns einen Überblick über die Möglichkeiten der Microsoft Cloud-Plattform und der Windows Azure Services Plattform verschafft. Nun ist es an der Zeit, die ersten praktischen Schritte zu beginnen. Als erstes nehmen wir uns die Vorbereitung der Entwickler-Maschine vor.

Die Entwicklermaschine können Sie ohne zusätzlich anfallende Kosten vorbereiten. Sämtliche Werkzeuge und SDKs für Windows Azure funktionieren neben den kommerziellen Versionen auch mit den frei Verfügbaren Entwicklungswerkzeugen von Microsoft.

Nachfolgende Schritt-für-Schritt Anleitung hilft bei der Einrichtung einer Entwicklungsmaschine zur Entwicklung von Cloud-Anwendungen für die Windows Azure Plattform!

1. Einrichten des Betriebssystems

Sie benötigen Windows 7, Windows Server 2008 oder Windows Vista inklusive Service Pack 1 als Basisbetriebssystem. Installieren Sie eines dieser Betriebssysteme auf Ihrem Rechner (bei Vista nicht auf das Service Pack 1 vergessen).

2. Installation von IIS 7.0 (Web Server)

Für die Entwicklung muss der Windows-eigene Web- und Application-Server IIS 7.x installiert sein. Sie können IIS über die Systemsteuerung unter dem Punkt "Turn Windows features on or off" installieren - siehe nachfolgende Screenshots. Stellen Sie sicher, dass die Feature-Liste genauso wie in nachfolgender Abbildung unter dem Punkt Internet Information Services dargestellt ausgewählt ist. Wichtig dabei ist, auch die WCF-Activation unter dem Punkt "Microsoft .NET Framework 3.5.1" nicht zu vergessen. Diese wird benötigt, um ordnungsgemäß WCF-Services in der Development Fabric laufen lassen zu können.

3. Installation von Visual Studio 2008 oder Visual Studio 2010

Zum Entwickeln benötigen Sie eine Entwicklungsumgebung. Wir empfehlen die Verwendung von Visual Studio 2010 Professional Edition oder höher zur Entwicklung von Cloud Anwendungen. Selbstverständlich können Sie für einfachere Anwendungen auch die frei verfügbare Visual Web Developer 2010 Express Edition verwenden.

Auch die ältere Version von Visual Studio, Visual Studio 2008 inkl. SP1 wird für die Entwicklung von Cloud-Anwendungen mit Windows Azure unterstützt. Haben Sie eine der Vollversionen von Visual Studio 2008 installiert, vergessen Sie nicht auf das Visual Studio 2008 Service Pack 1.

4. Installation von SQL Server 2005 Express Edition oder höher - Empfohlen SQL Server 2008 R2

Um den Azure-Storage auf der lokalen Entwickler-Maschine simulieren zu können, benötigen Sie zur Entwicklung von Azure-Anwendungen den SQL Server in der frei verfügbaren Express Edition. Unterstützt werden alle Versionen ab dem SQL Server 2005. Wir empfehlen jedoch, die neueste Version des SQL Severs (2008) zu installieren. Am Besten, Sie installieren Sich SQL Server 2008 R2 inklusive den Management Tools zu SQL Server 2008 R2.

5. [optional] Nur für Visual Studio 2008 nötig - Installation einiger Hotfixes

Verwenden Sie Visual Studio 2008 als Entwicklungsumgebung, empfehlen wir die Installation nachfolgender Hotfixes um einige kleine, aber lästige Fehler in der IDE auszubessern und die Stabilität zu verbessern. Für Visual Studio 2010 sind diese Hotfixes nicht erforderlich.

Hotfix für den Visual Studio 2008 SP1 Debugger

[nicht benötigt auf Windows 7 oder neuer] Hotfix zur Verbesserung der Visual Studio Stabilität

[nur benötigt wenn CGI verwendet wird; z.B. mit PHP oder C++] Hotfix für das FastCGI-Modul von IIS 7.0

6. Installation des Windows Azure SDK und der Windows Azure Tools für Visual Studio

Haben Sie alle Voraussetzungen installiert, dann ist es endlich soweit. Sie können die Tools und den SDK für Windows Azure installieren. Sie finden den Windows Azure SDK und die Tools hier als frei verfügbaren Download. Mit diesem wird die gesamte Dokumentation für Azure als auch neue Projektvorlagen für Visual Studio installiert. Außerdem wird eine sogenannte Development Fabric und ein Development Storage installiert. Diese simulieren die Windows Azure Umgebung auf ihrer lokalen Entwicklermaschine für die Entwicklung und für lokales Debugging.

7. [optional] Installation des Windows Azure AppFabric SDK

Wenn Sie die Windows Azure AppFabric verwenden möchten, um verschiedene Cloud- und On-Premise-Systeme zu verbinden und zu integrieren, so empfehlen wir auch die Installation des AppFabric SDK. Den AppFabric SDK finden Sie hier zum Download - dieser installiert neuen WCF-Bindings und Behaviors sowie Dokumentation, sodass Sie die Azure AppFabric nutzen können.

8. Einrichtung des lokalen Development Storage

Bevor Sie nun mit der Entwicklung starten können, müssen Sie den lokalen Development Storage konfigurieren. Visual Studio versucht dies zwar beim ersten Start eines Projektes automatisch, kann den Vorgang allerdings nicht abschließen, wenn sie keine Standardkonfiguration auf Ihrer Entwicklermaschine haben (z.B. eine andere Version von SQL Server außer SQL Server Express Edition). Daher ziehen wir eine manuelle Konfiguration des Development Storage Accounts vor.

Der Development Storage wird mit dem Werkzeug dsinit.exe im Verzeichnis <system-drive>:\Program Files\Windows Azure SDK\v1.0\bin\devstore eingerichtet. Standardmäßig verwendet dsinit.exe jenen SQL Server mit dem Instanznamen SQLEXPRESS. Dieser wird standardmäßig für SQL Server Express Edition vergeben. Haben sie also die Express Edition installiert, reicht der gewöhnliche Aufruf von dsinit.exe in einem Visual Studio 2008 Command Prompt wie nachfolgende Abbildung zeigt:

Haben Sie einen SQL Server unter einem anderen Instanznamen installiert, so müssen Sie den Schalter /sqlinstance:<ihr-instanzname> beim Aufruf von dsinit.exe verwenden. Meist haben Entwickler eine Developer Edition der Vollversion des SQL Severs installiert. In diesem Falle ist bei einer Standardinstallation kein Instanzname vergeben. Dann muss der Aufruf wie folgt lauten: dsinit.exe /sqlinstance:. (der Punkt hier ist kein Fehler;)).

9. Anlegen eines Testprojektes

Endlich kann es losgehen - starten Sie Visual Studio als Administrator, wählen Sie aus dem Menü "File - New - Project" aus und selektieren Sie aus der Kategorie Cloud Service den einzig verfügbaren Eintrag Windows Azure Cloud Service wie nachfolgend dargestellt.

Im nächsten Dialog müssen Sie auswählen, welche Anwendungsrollen in ihrem Projekt enthalten sein sollen. Wir möchten lediglich testen, ob unsere Konfiguration auch funktioniert. Daher fügen Sie im nachfolgenden Dialog eine ASP.NET Web Role (genauere Erklärungen dazu folgen in den nächsten Posts des Tutorials) zu Ihrer Solution hinzu (Auswahl links, Hinzufügen über die Pfeil-Buttons in der Mitte):

Fügen Sie in dem erscheinenden Code ein paar HTML-Tags ein wie z.B. ein Header-Tag. Die Inhalte spielen im Moment keine Rolle, da wir lediglich die Konfiguration testen möchten. Ein Header-Tag in der Default.aspx Page des angelegten Projektes reicht vollkommen aus.

10. Testen des angelegten Projektes

Kompilieren und straten Sie nun die Lösung durch Drücken der Taste F5. Ist alles korrekt konfiguriert, so startet Visual Studio automatisch den Development Storage und die Development Fabric. Damit wird eine Mini-Azure-Umgebung auf Ihrer Entwicklungsmaschine simuliert - Zugriff auf diese Simulationsumgebung haben Sie über entsprechende Symbole im System-Tray wie nachfolgend dargestellt. Mit einem Doppelklick öffnet sich eine einfache Management-Console für diese Simulationsumgebung mit Darstellung aller simulierten Instanzen (mehr dazu in den nächsten Tutorial-Einträgen).

Öffnet sich ein Browser und sehen Sie in diesem erfolgreich ihre Anwendung dargestellt, so ist alles korrekt installiert und konfiguriert und sie können mit den richtigen Projekten loslegen!

Liebe Grüße

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