Entwicklung von Windows Azure Websites mit PHP – Teil 2.1: Frameworks - Joomla!

Von David Hainzl (Gastblogger) Autor Feed 6. March 2013 12:00

Hallo und Willkommen zurück! Heute wollen wir wirklich losstarten – nachdem die beiden vorherigen Beiträge eher einen Überblick über die Features von Windows Azure geboten haben, erstellen wir heute unsere erste Website mithilfe eines CMS: Nämlich Joomla! Das geht einerseits wirklich schnell und andererseits können wir natürlich auch alle bereits vorher genannten Features der Cloud (wie z.B. die Skalierung des Computerspeichers) verwenden.

Genug der Vorworte, legen wir los!
Zuerst wollen wir die Website anlegen: Loggt euch wie gehabt in die Verwaltungs-Oberfläche von Windows Azure mithilfe eures Microsoft-Accounts ein (https://manage.windowsazure.com). Wählt links in der Menüleiste den Reiter „Websites“ aus und klickt auf den Knopf „Neu“. Nun öffnet sich der „Neu“-Assistent, in dem bereits der Pfad „Server/Website“ vorausgewählt ist. Im Gegensatz zum letzten Tutorial wählen wir dieses Mal „Aus Katalog“.

Im sich öffnenden Assistenten finden wir nun eine große Auswahl an Software, die wir mit wenigen Klicks auf unserem frischen Server installieren können. Wir wählen also unter der Kategorie „CMS“ „Joomla! 2.5“ aus:

Klickt anschließend auf den nach rechts zeigenden Pfeil, um auf die zweite Seite zu wechseln.

(Profi-Tipp: Habt ihr gemerkt, wie die zweite Seite nach links „geflogen“ und dabei die erste an den Rand verdrängt hat? Ihr könnt jederzeit auf eine beliebige Seite am linken Rand klicken, um sofort zu diesem Schritt zurück zu gehen!)

Im zweiten Schritt müssen wir nun Einstellungen vornehmen:

URL: Die URL, unter der eure Website später erreichbar sein wird (http://<Name>.azurewebsites.net).
Datenbank: Hier könnt ihr eine bereits vorhandene Datenbank auswählen, oder aber auch direkt eine neue erstellen. Da wir ja bisher noch keine angelegt haben, wählen wir hier „Neue SQL-Datenbank erstellen“ aus.
Region und Abonnement: Wählt hier die Region aus, in der die Website laufen soll, sowie das zugeordnete Abonnement.
Unter den Bereitstellungseinstellungen müsst ihr zuerst einen Benutzernamen und ein Passwort vergeben. Je nachdem, was im Punkt Datenbank eingestellt ist, sind dies die Zugangsdaten für die bestehende (die in Schritt 3 konfiguriert wird) oder für die neue Datenbank. Wenn „Load Sample Data SQL“ auf „Yes“ gesetzt ist, wird die Datenbank bereits mit Beispielsdaten gefüllt. Solltet ihr noch nie mit Joomla! gearbeitet haben, würde ich empfehlen, dieses Feld auf Yes gesetzt zu lassen. Solltet ihr es bevorzugen, mit einer frischen Joomla!-Website zu starten, könnt ihr dieses Feld natürlich auf „No“ setzen.
Der Website Name wird in der Titelzeile des Browsers sowie als Titel auf der Website selbst angezeigt.
Der Felder für den Site Administrator geben den Benutzername, das Passwort sowie die E-Mail-Adresse für den Seitenadministrator an; Mit diesen Zugangsdaten könnt ihr euch zum Beispiel auch in das Backend einloggen.
Wenn Ihr diese Einstellungen nach euren Wünschen konfiguriert habt, gehen wir weiter zur dritten Seite des Assistenten.

Hier kann der Datenbankzugang konfiguriert werden:
Der Name ist der Name der Datenbank, dieser wird auf der jeweiligen Verwaltungsseite angezeigt. Standardmäßig ist dieser zufällig generiert (mit den ersten paar Buchstaben des Websitenamens vorangestellt, um es lesbarer zu halten). Hier habe ich ihn einfach verändert. Darunter könnt ihr auswählen, welchen Server ihr verwenden wollt – solltet ihr bereits welche erstellt haben, so werden diese hier angezeigt. Hier wähle ich einfach einen neuen Server aus und gebe Benutzer, Kennwort und Region.
Wenn der Punkt „Erweiterte Datenbankeinstellungen konfigurieren“ angehakt ist, fügt sich dem Assistenten ein vierter Punkt hinzu, indem die Edition, die maximale Datenbankgröße sowie die Sortierung bearbeitet werden kann. Für das Tutorial benötigen wir diese Einstellungen nicht, also klicken wir einfach rechts unten auf das Häkchen, um den Assistenten abzuschließen. Die Website wird jetzt erstellt – ihr könnt euch derweil einen Kaffee holen, sobald die Seite fertig erstellt wurde gehen wir weiter mit einem kurzen

Exkurs: SQL-Datenbanken in Azure
Wählt nun im linken Navigationsmenü den Punkt „SQL-Datenbanken“ aus. Ihr werdet merken, dass nun ein neuer Eintrag mit dem oben angegebenen Namen in der Liste hinzugefügt wurde.

Wichtig: Bei Windows Azure wird unterschieden zwischen einer „Datenbank“ und einem „Server“: Auf einem Server können mehrere Datenbanken laufen! Klickt unten auf den entsprechenden Menüpunkt, um die Ansicht zu wechseln. Server besitzen meist einen kryptischen, zufällig generierten Namen (der auch nicht verändert werden kann).

Um uns anzusehen, was jetzt genau in dieser Datenbank gespeichert worden ist, wählen wir die Datenbank in der Liste aus und klicken unten auf den Link „Verwalten“. Es erscheint eine Popup-Meldung: „Die aktuelle IP-Adresse xxx.xxx.xxx.xxx ist nicht in den vorhandenen Firewallregeln enthalten. Möchten Sie die Firewallregeln aktualisieren, um „<Datenbankname>“ zu verwalten?“ Bestätigt diese Meldung. Nach kurzer Zeit erscheint eine Erfolgsmeldung – sobald diese bestätigt ist, öffnet sich ein neues Fenster, das nach Benutzernamen und Passwort fragt. Gebt hier einen der vorhin vergebenen Benutzer ein, um in ein Silverlight-basierendes Datenbank-Verwaltungs-Tool zu kommen.

Firewallregeln? Was hat das damit zu tun?
Um die Datenbank möglichst sicher zu halten, können nur bestimmte Benutzer (IP-Adressen) auf diese zugreifen. Auch diese Regeln können in der Azure-Verwaltungskonsole eingestellt werden: Stellt sicher, dass ihr in der linken Navigationsleiste noch „SQL-Datenbanken“ ausgewählt habt und wechselt auf dieser Seite auf den Reiter „Server“. Klickt hier auf den Namen des Servers, den ihr verwalten wollt und wählt den Reiter „Konfigurieren“.
In der ersten Zeile kann man seine eigene, aktuelle IP-Adresse sehen und diese mit nur einen Klick auf „Zu den zulässigen IP-Adressen hinzufügen“ in die Liste mit aufnehmen. Darunter stehen alle bisher eingefügten Regeln (und es können auch neue hinzugefügt werden). Unter dem darunterliegenden Menüpunkt „Zulässige Dienste“ kann man auch Windows Azure-Diensten den Zugriff auf diese Datenbank verweigern – Dies wäre allerdings in unserem Fall kontraproduktiv, da dann die Website nicht mehr auf die Datenbank zugreifen kann.

Ich arbeite aber lieber mit dem SQL Server Management Studio!
Auch das ist kein Problem! Benutzt beim Login einfach „<servername>.database.windows.net“ und wählt als Authentifizierungsmethode „SQL Server Authentifizierung“ aus. Gebt anschließend denselben Benutzernamen wie vorhin ein und voila – ihr seid drin!

Achtung Fallstrick: Wenn ihr euch nicht verbinden könnt, stellt zuallererst mal sicher, dass sich eure aktuelle IP-Adresse auch in den Firewallregeln befindet!

Zurück zu Joomla!
Eigentlich ist unsere Website jetzt schon fix-fertig aufgesetzt und kann verwendet werden! Surft einfach auf http://<name>.azurewebsites.net. Wenn ihr die Beispieldaten installiert habt, seht ihr schon ein Beispieltemplate mit Inhalten. Unter http://<name>.azurewebsites.net/administrator könnt ihr euch in das Verwaltungsinterface einloggen und neue Artikel hinzufügen, etc.
Das war’s auch schon wieder für heute!

Bisherige Beiträge
Teil 0: Allgemeines
Teil 1: Einführung zu Windows Azure
Teil 2.1: Frameworks – Joomla! (dieser Beitrag)
Teil 2.2: Frameworks - Typo3
Teil 2.3: Frameworks – phpMyAdmin
Teil 2.4: Frameworks – phpBB
Teil 2.5: Frameworks - MediaWiki

Und wie üblich: Solltet ihr Anregungen oder Fragen haben, so zögert nicht, mir hier einen Kommentar zu hinterlassen!

Ressourcen
Windows Azure Management Portal
Joomla!
Getting started with SQL-Databases (Englisch)
Microsoft SQL Server 2012 Express Downloads (Hier kann das SQL Management Studio Express mit x86 und x64 heruntergeladen werden)

Comments (2) -

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3/6/2013 1:08:05 PM #

Hallo,

erst mal vielen Dank für die tollen Beiträge!

Ich habe eine Frage bzgl. Datenbank:
Ist es der empfohlene Weg, Joomla auf Azure mit einer MS Sql Datenbank zu betreiben? Oder eignet sich eine MySql Datenbank besser? Und ist MySql mit Azure überhaupt möglich?

Vielen Dank,
Bernd

Bernd Österreich

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3/11/2013 10:42:52 AM #

Hallo Bernd!

Freut mich, dass dir meine Beiträge gefallen!

Momentan würde ich schon noch empfehlen, Azure SQL zu verwenden. Du kannst zwar auch MySQL verwenden (dazu einfach im Assistenten unter "Ihre App konfigurieren" MySQL auswählen). Nachteil ist allerdings, dass du die DB nicht direkt in Azure verwalten kannst, da diese bei einem externen Hoster (ClearDB, http://www.cleardb.com/) liegt. Außerdem kannst du momentan auch nur eine einzelne MySQL-Instanz besitzen - soweit ich weiß, ist es geplant, dass man weitere Instanzen über den Store beziehen kann, der allerdings noch nicht in Österreich zu Verfügung steht.

Wenn du weitere Informationen über MySQL in Azure willst, bleib einfach dran, ich werde in den nächsten Teilen auch Frameworks mit MySQL verwenden!

Liebe Grüße,
David

David Hainzl Österreich

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